Personen mit Mitralklappeninsuffizienz sollten regelmäßige kardiologische Kontrollen durchführen lassen, die medikamentöse Behandlung einhalten und Lebensgewohnheiten vermeiden, die das Herz belasten. Je nach Schweregrad der Erkrankung ändert sich die Häufigkeit der Nachsorge, und eine frühzeitige Intervention spielt eine entscheidende Rolle bei der Verringerung des Risikos einer Herzinsuffizienz.
Lebensstiländerungen bei Mitralklappeninsuffizienz sind wirksam, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Eine Salzrestriktion, ausgewogene Ernährung und die Erhaltung des Idealgewichts werden empfohlen. Aktivitäten, die übermäßige Anstrengung erfordern, sollten vermieden werden, und der Konsum von Zigaretten und Alkohol sollte eingeschränkt werden.
Die Planung von Bewegung bei Mitralklappeninsuffizienz sollte entsprechend dem Schweregrad der Erkrankung individualisiert werden. Während bei leichten Fällen aerobe Übungen wie zügiges Gehen geeignet sein können, sind schwere Sportarten bei hochgradiger Insuffizienz bedenklich. Vor dem Training sollte unbedingt eine ärztliche Meinung eingeholt werden.
Der medikamentöse und chirurgische Nachsorgeprozess bei Mitralklappeninsuffizienz ist für die Kontrolle der Symptome wichtig. Wenn Symptome wie Herzklopfen, Atemnot und schnelle Ermüdung zunehmen, sollte ohne Zeitverlust eine Beurteilung erfolgen. Ein zum richtigen Zeitpunkt geplanter chirurgischer Eingriff kann die Lebensdauer verlängern.
Was ist Mitralklappeninsuffizienz und wie wirkt sie sich im Körper aus?
Die Mitralklappe gewährleistet während des Herzzyklus den einseitigen Blutfluss. Wenn eine strukturelle Störung der Klappe (zum Beispiel Mitralklappenprolaps), rheumatische Schädigung, degenerative Veränderungen oder eine funktionelle Insuffizienz infolge einer Erweiterung des Herzmuskels entsteht, kann die Klappe nicht vollständig schließen. Infolgedessen fließt während der Systole ein Teil des Blutes aus dem linken Ventrikel in den linken Vorhof zurück.
Dieser Rückfluss verursacht eine Volumenbelastung im linken Vorhof und mit der Zeit im linken Ventrikel. Langfristig können eine Erweiterung der Herzhöhlen (Dilatation), ein Anstieg der Lungendrücke und Symptome einer Herzinsuffizienz auftreten. Allerdings verläuft nicht jede Mitralklappeninsuffizienz gleich schwer; während leichte Fälle jahrelang ohne Symptome überwacht werden können, erfordert eine hochgradige Insuffizienz eine engere Nachsorge.
Welche Symptome sollten engmaschig beobachtet werden?
Die am häufigsten berichteten Symptome bei Personen mit Mitralklappeninsuffizienz sind:
- Atemnot bei Belastung (Dyspnoe)
- Schnelle Ermüdung
- Gefühl von Herzklopfen
- Nächtliche Atemnot oder Orthopnoe
- Schwellung an den Knöcheln
Diese Symptome können eine Folge der Reaktion des Herzens auf die erhöhte Volumenbelastung sein. Insbesondere bei neu auftretender oder zunehmend stärkerer Atemnot, Herzklopfen in Ruhe oder Ohnmachtsgefühl sollte die kardiologische Beurteilung nicht verzögert werden.
Bei einigen Patienten kann Vorhofflimmern (Herzrhythmusstörung) entstehen. Dieses Rhythmusproblem kann sich durch Herzklopfen und unregelmäßigen Puls zeigen und ist zudem wichtig, da es das Schlaganfallrisiko erhöhen kann.
Warum ist eine regelmäßige kardiologische Nachsorge wichtig?
Bei Mitralklappeninsuffizienz ist die klinische Nachsorge einer der grundlegenden Faktoren, die den Verlauf der Erkrankung bestimmen. Die am häufigsten verwendete Methode in der Nachsorge ist die Echokardiographie (Herzultraschall). Mit der Echokardiographie werden:
- der Grad der Regurgitation
- die Funktionen des linken Ventrikels
- die Größen der Herzhöhlen
- der Pulmonalarteriendruck
beurteilt.
Während bei leichten und symptomlosen Fällen Kontrollen in bestimmten Abständen ausreichend sein können, wird bei mittelgradiger und hochgradiger Insuffizienz eine häufigere Überwachung empfohlen. Die Häufigkeit der Nachsorge wird entsprechend dem klinischen Zustand des Patienten und den echokardiographischen Befunden individuell geplant.
Worauf sollte im Alltag geachtet werden?
Lebensstilanpassungen bei Personen mit Mitralklappeninsuffizienz können helfen, die Belastung des Herzens zu verringern.
Körperliche Aktivität
Bei Personen mit leichter und mittelgradiger Insuffizienz ohne ausgeprägte Symptome wird regelmäßige und kontrollierte Bewegung in der Regel empfohlen. Intensive und wettkampforientierte Sportarten können jedoch insbesondere bei fortgeschrittener Klappenerkrankung bedenklich sein. Das Trainingsprogramm sollte unbedingt gemäß ärztlicher Empfehlung geplant werden.
Blutdruckkontrolle
Hypertonie (Bluthochdruck) kann die Belastung der Mitralklappe erhöhen. Daher ist es wichtig, den Blutdruck im Zielbereich zu halten. Bei Bedarf kann eine antihypertensive Behandlung eingerichtet werden.
Salz- und Flüssigkeitshaushalt
In fortgeschrittenen Stadien oder bei Patienten, bei denen Anzeichen einer Herzinsuffizienz entstanden sind, kann eine Salzrestriktion empfohlen werden. Übermäßiger Salzkonsum kann zu Flüssigkeitsansammlungen im Körper führen und die Atemnot verstärken. Eine strenge Flüssigkeitsbeschränkung ist jedoch nicht bei jedem Patienten erforderlich; diese Entscheidung wird nach klinischer Beurteilung getroffen.
Gewichtskontrolle und metabolische Gesundheit
Metabolische Zustände wie Adipositas, Diabetes und Dyslipidämie können die Herzgesundheit negativ beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung und das Halten eines gesunden Gewichtsbereichs tragen zur Verringerung des allgemeinen kardiovaskulären Risikos bei.
Zahnbehandlungen und Infektionsrisiko
Bei einigen Klappenerkrankungen kann das Risiko einer infektiösen Endokarditis (Herzklappeninfektion) erhöht sein. Nach aktuellen Leitlinien wird nicht bei jedem Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz eine routinemäßige Antibiotikaprophylaxe empfohlen; bei bestimmten Hochrisikogruppen kann jedoch vor zahnärztlichen Eingriffen ein vorbeugendes Antibiotikum geplant werden. Daher ist es sinnvoll, vor einer Zahnbehandlung mit dem Kardiologen zu sprechen.
Die Erhaltung der Mund- und Zahnhygiene ist ein wichtiger Schritt zur Verringerung des Infektionsrisikos.
Schwangerschaft und Mitralklappeninsuffizienz
Bei Frauen mit Mitralklappeninsuffizienz sollte ein Schwangerschaftsplan unbedingt gemeinsam mit einem Kardiologen und einem Gynäkologen bewertet werden. Während der Schwangerschaft steigt das Blutvolumen, und dies kann die Belastung des Herzens erhöhen. Während leichte Fälle in der Regel gut toleriert werden, ist bei Patientinnen mit hochgradiger Insuffizienz eine engmaschige Nachsorge erforderlich.
Vor der Schwangerschaftsplanung wird eine echokardiographische Beurteilung empfohlen.
Wann kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht kommen?
Der Behandlungsansatz bei Mitralklappeninsuffizienz wird entsprechend dem Vorliegen von Symptomen, dem Grad der Klappenschädigung und den Funktionen des linken Ventrikels bestimmt. Wenn eine hochgradige Regurgitation, ausgeprägte Symptome oder eine Verschlechterung der Herzfunktionen festgestellt werden, können eine chirurgische Reparatur (Mitralklappenrekonstruktion) oder ein Klappenersatz in Betracht kommen.
Die Mitralklappenrekonstruktion kann bei geeigneten Patienten den Erhalt des Klappengewebes ermöglichen. Welche Methode geeignet ist, wird jedoch durch eine ausführliche kardiologische und chirurgische Beurteilung bestimmt. Nicht für jeden Patienten gilt derselbe Ansatz.
Psychologische Auswirkungen und Lebensqualität
Die Diagnose einer Herzerkrankung zu erhalten, kann für viele Menschen beunruhigend sein. Insbesondere Fragen wie „Wird eine Operation erforderlich sein?“ oder „Wird sich in Zukunft eine Herzinsuffizienz entwickeln?“ können bei Patienten ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufen. An diesem Punkt sind regelmäßige ärztliche Kommunikation und eine offene, wissenschaftliche Information über den Verlauf der Erkrankung wichtig.
Viele Personen mit leichter Mitralklappeninsuffizienz können über viele Jahre ihr normales Leben fortsetzen. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Erkrankung individuelle Unterschiede aufweist.

Prof. Dr. Kadriye Orta Kılıçkesmez ist eine der führenden Persönlichkeiten im Bereich der Kardiologie in der Türkei. Sie wurde am 24. Januar 1974 in Tekirdağ geboren. Nach Abschluss ihres Studiums an der Medizinischen Fakultät Cerrahpaşa der Universität Istanbul entschied sie sich für die Kardiologie als Fachgebiet und absolvierte ihre Facharztausbildung am Kardiologischen Institut derselben Universität. Im Jahr 2015 wurde sie von der Universität beauftragt, die Kardiologieklinik und das Angiographie-Labor des Şişli Etfal Krankenhauses zu gründen. Kadriye Kılıçkesmez, die 2017 zur Professorin ernannt wurde, gründete im Jahr 2020 die Kardiologieklinik und das Angiographie-Labor des Prof. Dr. Cemil Taşçı Krankenhauses und stellte sicher, dass die Klinik zu einer Ausbildungsklinik wurde.
