Die Angiografie ist eine Goldstandard-Diagnose- und Behandlungsmethode, die Verstopfungen in den Herzgefäßen mit millimetergenauer Präzision sichtbar macht und lebenswichtige Risiken frühzeitig erkennt. Sie wird in der Regel durchgeführt, indem über das Handgelenk oder die Leiste mithilfe eines dünnen Schlauchs ein Zugang zum Gefäßsystem geschaffen, ein spezielles Kontrastmittel injiziert und eine detaillierte Röntgenkarte des Herzens erstellt wird. Diese Methode zeigt Gefäßverengungen nicht nur an, sondern bietet mit Anwendungen wie Stent und Ballon auch die Möglichkeit, verstopfte Gefäße sofort zu behandeln. Auch wenn der Eingriff dank moderner Technologien mit hoher Erfolgsrate durchgeführt wird, handelt es sich um ein invasives Verfahren, das Risiken wie Blutergüsse, Blutungen an der Eintrittsstelle oder selten ernsthafte Komplikationen beinhaltet.

Warum entstehen Herzgefäßverschlüsse und warum ist eine Angiografie notwendig?

Eine Verstopfung der Herzgefäße entsteht in der Regel nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis eines heimtückischen Prozesses, der Jahre, sogar Jahrzehnte dauern kann. Das im Blut zirkulierende und als schädlich bekannte Cholesterin, Kalzium, Zellabfälle und Gerinnungsfaktoren beginnen mit der Zeit, in die innere Oberfläche der Gefäßwände einzudringen. Diese Stoffe verbinden sich und bilden harte, klebrige Schichten, die wir „Plaques“ nennen. Mit fortschreitendem Prozess verengt sich der innere Gefäßraum allmählich. Wenn sich das Gefäß verengt, nimmt natürlicherweise auch die Blutmenge ab, die hindurchfließen kann.

Man kann dies mit einem Gartenschlauch vergleichen. Wenn das Ende des Schlauchs zusammengedrückt wird, wird der Wasserfluss gestört; genauso wird der Blutfluss zum Herzmuskel gestört, wenn sich ein Herzgefäß verengt. In Ruhe, also wenn Sie im Bett liegen oder auf dem Sofa sitzen, verursacht diese Verengung möglicherweise kein Problem, weil das Herz nicht viel Energie benötigt. Wenn Sie jedoch Treppen steigen, eine schwere Mahlzeit gegessen haben, bei kaltem Wetter gehen oder plötzlich wütend werden, muss das Herz schneller schlagen und benötigt mehr Blut. Das verengte Gefäß kann diesen erhöhten Bedarf nicht decken. Der Herzmuskel, der keinen Sauerstoff bekommt, reagiert gewissermaßen mit dem Ruf: „Hilf mir.“ Diese Reaktion zeigt sich als Druck-, Brenn- oder Engegefühl im Brustbereich. Wenn diese Plaqueschicht plötzlich aufreißt, nimmt der Körper diese Stelle wie eine blutende Wunde wahr und kann durch rasche Gerinnselbildung das Gefäß innerhalb von Sekunden vollständig verschließen. Dies ist direkt ein Herzinfarkt. Um zu sehen, wie der Zustand im Inneren der Gefäße ist, wo genau die Verengung liegt und wie ernst sie ist, muss man direkt in das Gefäß hineinsehen. Die einzige Methode, die diese klare Sicht ermöglicht, ist die Angiografie.

Bei welchen Symptomen wird die Entscheidung für eine Angiografie getroffen?

Nicht jeder Brustschmerz, jedes Herzklopfen oder jede Atemnot bedeutet direkt, dass ein Problem in den Herzgefäßen vorliegt. Magenbeschwerden, Muskelschmerzen, Stress oder Bandscheibenprobleme im Halsbereich können ebenfalls Schmerzen im Brustbereich verursachen, die einen Herzinfarkt nachahmen. Daher werden vor der Entscheidung zur Angiografie die Beschwerden des Patienten angehört, und meist werden einige Voruntersuchungen durchgeführt. EKG-Aufzeichnung, Kontrolle der Herzenzyme im Blut, Belastungstest auf dem Laufband oder Untersuchung des Herzens mit Szintigrafie sind Teile dieses Prozesses. Wenn diese Tests einen starken Verdacht darauf wecken, dass das Herz nicht ausreichend versorgt wird, geht man zur weiteren Untersuchung für eine endgültige Diagnose über. Wenn der Patient außerdem plötzlich beginnende und nicht nachlassende Beschwerden hat, kann es notwendig sein, ihn ohne Zeitverlust direkt in den Eingriffsraum zu bringen.

Die wichtigsten Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind:

  • Druckgefühl in der Brust
  • Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen
  • Taubheitsgefühl, das bis zum Kiefer ausstrahlt
  • unerklärlicher kalter Schweiß
  • plötzliche Atemnot
  • Brennen, das in den Rücken ausstrahlt
  • bei Belastung zunehmende Müdigkeit

Wenn diese Symptome besonders während körperlicher Aktivität auftreten und in Ruhe nachlassen, gelten sie als ernstes Zeichen für eine Verengung der Herzgefäße. Wenn die Schwere der Symptome und die Testergebnisse ein Risiko anzeigen, wird es notwendig, eine detaillierte Karte des Herzens zu erstellen.

Worauf sollte bei der Vorbereitung vor der Angiografie geachtet werden?

Für die Sicherheit des Eingriffs ist ein korrekter Vorbereitungsprozess von sehr großer Bedeutung. Während dieses Verfahrens wird ein spezielles jodhaltiges Kontrastmittel in das Gefäß gegeben, damit die Herzgefäße im Röntgengerät sichtbar werden. Dieses Mittel wird über die Nieren aus dem Körper gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Damit die Nieren diese Belastung problemlos bewältigen können, müssen die Nierenfunktionen des Patienten vor dem Eingriff unbedingt durch Blutuntersuchungen kontrolliert werden.

Vor dem Eingriffstag gibt es einige Regeln, die der Patient sorgfältig befolgen muss. Da eine ausreichende Wassermenge im Körper die Arbeit der Nieren erleichtert, wird empfohlen, am Tag vor dem Eingriff etwas mehr Wasser als gewöhnlich zu trinken. Der Eingriff wird nicht unter Vollnarkose durchgeführt; dennoch wird ein leerer Magen gewünscht. Deshalb wird verlangt, vor dem Termin für eine bestimmte Zeit nichts zu essen und zu trinken. Für regelmäßig verwendete Blutdruck-, Herz- oder Diabetesmedikamente wird unbedingt festgelegt, wie sie an diesem Tag eingenommen werden sollen. Besonders bei Patienten, die Blutverdünner einnehmen, wird der Medikamentenplan vollständig individuell angepasst.

Die Vorbereitungsschritte vor dem Eingriff sind:

  • Blutuntersuchungen
  • Nierenfunktionstests
  • Planung der Medikamentendosis
  • Festlegung der Nüchternheitsdauer
  • Erhöhung der Wasseraufnahme
  • Abfrage von Allergien

Wenn all diese Vorbereitungen vollständig abgeschlossen sind, kann der Eingriff sehr sicher und komfortabel beginnen.

Sollte die Angiografie über das Handgelenk oder über die Leiste durchgeführt werden?

Um die Herzgefäße zu erreichen, muss von außen in das Gefäßsystem des Körpers eingetreten werden. Dafür gibt es zwei Hauptzugangswege im Körper. Der eine ist die Radialarterie am Handgelenk, an der wir unseren Puls fühlen, der andere ist die größere Femoralarterie in der Leistenregion. Heutzutage haben medizinische Ansätze und technologische Entwicklungen eine dieser beiden Methoden im Hinblick auf Komfort und Sicherheit des Patienten deutlich in den Vordergrund gerückt.

Eingriffe über das Handgelenk gehören zu den komfortabelsten Punkten, die die moderne Medizin erreicht hat. Da das Handgelenksgefäß sehr nahe an der Hautoberfläche liegt, lässt sich das kleine Eintrittsloch im Gefäß nach dem Eingriff äußerst leicht verschließen. Mit einem einfachen Druckverband, der dort angelegt wird, wird das Blutungsrisiko nahezu auf null reduziert. Der schönste Vorteil ist, dass der Patient direkt nach Ende des Eingriffs aufstehen, essen und innerhalb weniger Stunden zu Fuß nach Hause gehen kann.

Das Leistengefäß ist dagegen der traditionelle Weg. Da der Gefäßdurchmesser viel größer ist, bleibt es bei manchen speziellen und komplexen Eingriffen, bei denen viele und große Geräte zum Herzen geschickt werden müssen, weiterhin ein lebensrettender Zugang. Da das Leistengefäß jedoch tiefer liegt, ist nach dem Eingriff besondere Anstrengung erforderlich, um die Blutung zu stoppen. Der Patient muss mindestens vier bis sechs Stunden völlig bewegungslos auf dem Rücken liegen, darf das Bein nicht beugen und muss an dieser Stelle einen schweren Sandsack tragen. Für Menschen mit Rückenschmerzen oder Personen, die nicht lange liegen können, kann dieser Prozess ziemlich mühsam sein. Deshalb ist, sofern kein zwingender Grund besteht, immer das Handgelenk die erste Wahl.

Wie läuft die Angiografie Schritt für Schritt ab?

Patienten sind meist aufgeregt oder besorgt, weil sie eine Umgebung betreten, die einem Operationssaal ähnelt. Der Eingriff wird in einem sehr sauberen, kühlen Raum durchgeführt, der „Katheterlabor“ genannt wird und in dessen Mitte sich eine bewegliche Liege sowie moderne Röntgenkameras und Monitore befinden. Wenn der Patient auf die Liege gelegt wird, wird er an Geräte angeschlossen, die Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut kontinuierlich überwachen.

Zunächst wird die Eintrittsstelle, also Handgelenk oder Leiste, mit speziellen antiseptischen Flüssigkeiten vollständig gereinigt und von Keimen befreit. Sie werden mit sterilen Tüchern abgedeckt. Danach wird an dieser Stelle, ähnlich wie beim Zahnarzt, mit einer dünnen Nadel ein lokales Betäubungsmittel injiziert. Dadurch wird nur ein wenige Zentimeter großer Bereich an der Eintrittsstelle vollständig betäubt. Während des restlichen Eingriffs werden keine Schmerzen oder Beschwerden gespürt; der Patient ist wach und kann sich problemlos unterhalten.

Durch die betäubte Stelle wird eine sehr dünne, kurze Kunststoffschleuse mit Ventil in das Gefäß eingesetzt. Alle während des Eingriffs verwendeten Materialien passieren diese Schleuse und erreichen das Herz, sodass das Gefäß des Patienten nicht verletzt wird. Durch diese Schleuse werden hohle, sehr flexible Schläuche, etwa so dick wie eine Spaghettinudel, langsam durch das Gefäßsystem in Richtung Herz vorgeschoben. Da sich im Inneren der menschlichen Gefäße keine Schmerznerven befinden, spüren Patienten dieses Vorschieben absolut nicht. Wenn die Spitze des Schlauchs am Ursprung der herzversorgenden Gefäße positioniert ist, wird durch den Schlauch das spezielle Kontrastmittel injiziert. Gleichzeitig dreht sich das Röntgengerät um den Patienten und nimmt Videos aus verschiedenen Winkeln auf. Der Fluss des Kontrastmittels im Gefäß wird sofort auf dem Bildschirm sichtbar; wenn eine Verengung oder Verstopfung im Gefäß vorhanden ist, erscheint der Durchfluss des Farbstoffs wie ein dünner Faden oder stoppt vollständig. Diese Phase, in der die Diagnose gestellt wird, dauert meist nur zehn bis fünfzehn Minuten.

Wie werden verstopfte Gefäße während der Angiografie mit Ballon und Stent geöffnet?

Nachdem die Bilder aufgenommen wurden, wird, wenn eine erhebliche Verengung in den Gefäßen festgestellt wird, der Zustand des Patienten und die Struktur der Verstopfung rasch bewertet. In geeigneten Fällen wird auf dem Behandlungstisch ohne Unterbrechung von der Diagnosephase in die Behandlungsphase übergegangen. Dieser Prozess wird „perkutane Koronarintervention“ genannt und ist eine sehr wertvolle Technologie, die den Patienten vor einer offenen Herzoperation bewahrt.

Um das verengte Gefäß von innen zu öffnen, wird zunächst ein spezieller Führungsdraht mit sehr weicher Spitze, etwas dicker als ein Haar, durch den Schlauch geschickt und durch die Verengung auf die andere Seite geführt. Dieser Draht übernimmt im Gefäß gewissermaßen die Funktion einer Eisenbahnschiene. Anschließend wird über diesen Draht ein entleerter Ballon vorgeschoben und genau an der Stelle der Verengung positioniert. Von außen wird mithilfe eines speziellen Spritzenmechanismus Flüssigkeit mit hohem Druck in den Ballon gepresst. Wenn sich der Ballon aufbläht, drückt er die harte Cholesterinplaque, die den Gefäßweg blockiert, gegen die Gefäßwand und öffnet einen Tunnel, durch den Blut fließen kann.

Wenn der Ballon jedoch entleert und zurückgezogen wird, besteht wegen der elastischen Struktur des Gefäßes das Risiko, dass es sich wieder zusammenzieht oder dass die zusammengedrückten Plaques im Inneren herabhängen und den Weg erneut verschließen. An diesem Punkt kommen Stents zum Einsatz. Ein Stent ist ein Gerüst in Form eines winzigen Röhrchens, das aus sehr dünnen Metalldrähten geflochten ist. Der Stent wird zusammengedrückt auf einem entleerten Ballon in das Gefäß geschickt. Wenn er an der richtigen Stelle angekommen ist, wird der Ballon erneut aufgeblasen; während sich der Ballon ausdehnt, weitet sich auch der Stent und verankert sich fest in der Gefäßwand. Wenn der Ballon entleert und entfernt wird, bleibt dieses Metallgerüst lebenslang im Gefäß platziert. Das Gefäß kollabiert dank dieses Stahlkäfigs an dieser Stelle nicht mehr, und der Blutfluss normalisiert sich vollständig.

Welche Stentarten werden bei der Angiografie verwendet?

Die Stenttechnologie ist einer der am schnellsten entwickelnden Bereiche der Medizin. Anfangs suchte man nur nach strukturellen Lösungen, die ein erneutes Kollabieren des Gefäßes verhinderten, heute werden dagegen Hochtechnologieprodukte eingesetzt, die auf zellulärer Ebene reagieren. Je nach Gefäßstruktur, Länge der Verengung und Eigenschaften des Patienten können verschiedene Stentarten bevorzugt werden.

Häufige Stentgruppen sind:

  • unbeschichtete Metallstents
  • medikamentenbeschichtete Stents
  • auflösbare Stents

Unbeschichtete Metallstents sind Stents der ersten Generation, die nur aus speziellen Stahl- oder Kobaltlegierungen hergestellt werden. Obwohl sie erfolgreich darin sind, das Gefäß mechanisch offen zu halten, nimmt der Körper dieses Metall nach einiger Zeit als Fremdkörper wahr. Während er versucht, die Oberfläche des Stents mit eigenen Zellen zu bedecken, produziert er manchmal übermäßig viele Zellen, was innerhalb von Monaten zu einer erneuten Verengung im Inneren des Stents führen kann.

Um dieses Problem zu lösen, werden heute standardmäßig medikamentenbeschichtete Stents verwendet. Die Oberfläche dieser Stents ist mit einer speziellen Polymer- und Medikamentenschicht bedeckt, die die Zellvermehrung stoppt. Nachdem der Stent im Gefäß platziert wurde, gibt er dieses Medikament über Monate hinweg langsam an das umliegende Gewebe ab. Dadurch wird das Risiko, dass sich der Stent durch körpereigene Gewebebildung verengt, enorm reduziert. Auflösbare Stents sind dagegen Produkte der neuesten Generation, die sich einige Jahre nach Erfüllung ihrer Aufgabe und nach Heilung des Gefäßes vollständig im Körper auflösen und verschwinden, wodurch das Gefäß seine natürliche Struktur zurückerhält; sie sind jedoch nicht für jede Gefäßstruktur geeignet.

Welche speziellen Methoden werden zusammen mit der Angiografie bei sehr harten Gefäßen verwendet?

Manchmal bleiben die Plaques im Gefäß so lange dort, dass sich große Mengen Kalzium einlagern und sie sich gewissermaßen in Beton oder Stein verwandeln. In einem solchen Gefäß führt der Versuch, nur den Ballon aufzublasen, zum Misserfolg; egal wie stark der Druck erhöht wird, die versteinerte Struktur dehnt sich nicht, und bei zu starkem Druck kann der Ballon sogar platzen. Um solche sehr harten und komplexen Gefäße öffnen zu können, müssen statt Standardinstrumenten spezielle Hochtechnologiemethoden eingesetzt werden.

An erster Stelle dieser speziellen Methoden stehen Geräte zum Abtragen von Plaques. In das Gefäß wird ein olivenkerngroßer Kopf geschickt, dessen Spitze mit mikroskopischem Diamantstaub beschichtet ist. Dieser Kopf rotiert im Inneren mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von etwa hundertfünfzigtausend Umdrehungen pro Minute und zerreibt den versteinerten Kalk zu feinem Sand, zu Staub. Nachdem dieser harte Bereich abgetragen und weicher geworden ist, kann der Stent problemlos platziert werden.

In manchen Fällen reicht der zweidimensionale Röntgenfilm der Angiografie nicht aus, um die tatsächliche Schwere der Verengung zu verstehen. In zweifelhaften Situationen, in denen das Gefäß von außen um 50 % verengt erscheint, muss gemessen werden, ob der Herzmuskel tatsächlich unter Sauerstoffmangel leidet. Dafür werden sehr empfindliche Druckmessdrähte in das Gefäß geschickt, und der Blutdruck vor und nach der Verengung wird millimetergenau gemessen. Außerdem werden sehr dünne Ultraschallgeräte oder mit Laserlicht arbeitende mikroskopische Kameras in das Gefäß geschickt, um die Gefäßwand von innen 360 Grad dreidimensional zu untersuchen. So wird perfekt kontrolliert, ob der Stent vollständig am Gefäß anliegt. Diese fortschrittlichen Bildgebungs- und Messgeräte sind die größten Helfer, die die Fehlerquote des Eingriffs minimieren.

Welche Behandlungen können bei Herzklappenerkrankungen mit der Angiografiemethode durchgeführt werden?

Die Möglichkeiten der interventionellen Kardiologie beschränken sich nicht nur auf das Öffnen verstopfter Gefäße. Dank der fortschreitenden Technologie können heute sogar die Türen zwischen den Herzkammern, also die Herzklappen, repariert oder ersetzt werden, ohne den Brustkorb zu öffnen. Besonders für ältere Patienten, Patienten mit Lungen- oder Nierenproblemen und Patienten, die zu schwach sind, um eine offene Herzoperation zu verkraften, sind diese Methoden wie ein Wunder.

Wenn die Aortenklappe, das Hauptausgangstor, durch das Blut vom Herzen in den Körper gepumpt wird, verkalkt und verengt ist, wird über die Leiste des Patienten ein dünner Schlauch eingeführt und eine neue biologische Klappe bis zum Herzen vorgeschoben. Diese neue Klappe, die in die alte Klappe eingesetzt wird, öffnet sich wie ein Schirm und beginnt sofort mit ihrer Aufgabe; der Patient kann am nächsten Tag aufstehen. Ebenso können gelockerte Mitralklappen, die Blut zurückfließen lassen, mit der Angiografiemethode erreicht werden, und an den Klappenenden kann eine kleine Klammer angebracht werden. Dadurch kann der Weg in eine Herzinsuffizienz weitgehend gestoppt werden. All diese Verfahren haben im Management der Herzgesundheit ein völlig neues Kapitel eröffnet.

Welche möglichen Risiken und Nebenwirkungen hat die Angiografie?

In der Medizin hat jeder Eingriff, jeder Schritt und jedes Medikament, das einem Patienten verabreicht wird, ein eigenes Risikoprofil. Wie selbst das Einstechen einer Nadel in die Haut kleine Folgen haben kann, wäre es nicht richtig zu sagen, dass ein Eingriff von innen an den Herzgefäßen völlig risikofrei ist. Eines muss jedoch sehr klar bekannt sein: Bei richtiger Vorbereitung, einem erfahrenen Team und modernen Laborbedingungen liegen die lebensbedrohlichen ernsthaften Risiken dieses Eingriffs im Promillebereich, also äußerst niedrig. Die meisten möglichen Situationen sind vorübergehende Nebenwirkungen, die keinen bleibenden Schaden hinterlassen.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen sind:

  • Blutung an der Eintrittsstelle
  • Bluterguss unter der Haut
  • Schwellung im Eingriffsbereich
  • Juckreiz durch das Kontrastmittel
  • Ausschlag und Allergie
  • vorübergehende Nierenempfindlichkeit
  • Schwankungen des Herzrhythmus

Leichte Blutergüsse und kleine Schwellungen am behandelten Handgelenk oder in der Leiste durch Blutaustritt sind die am häufigsten auftretenden Situationen, und der Körper resorbiert diese innerhalb weniger Wochen vollständig von selbst. Wenn der Körper allergisch auf das Kontrastmittel reagiert, wird sofort mit Medikamenten eingegriffen und das Problem gelöst. Wenn beim Patienten eine vorbekannte Niereninsuffizienz besteht, werden die Nieren nach dem Eingriff durch eine sorgfältige Flüssigkeitstherapie geschützt. Große Probleme wie Herzinfarkt oder Schlaganfall treten nur bei sehr schweren Gefäßerkrankungen und in sehr seltenen Extremfällen auf; im Eingriffsraum steht für solche Möglichkeiten jederzeit die gesamte Notfallausrüstung bereit.

Worauf sollte in der Erholungsphase nach der Angiografie geachtet werden?

Nachdem der Eingriff erfolgreich abgeschlossen und ein Stent eingesetzt oder nur eine Bildgebung durchgeführt wurde, wird der Patient in den Ruheraum gebracht. Die Erholungsphase beginnt eigentlich sofort nach Ende des Eingriffs. Wenn der Eingriff über das Handgelenk durchgeführt wurde, befindet sich am Arm des Patienten ein transparenter Kunststoffverband, der einem Uhrenarmband ähnelt. Dieser Verband wird allmählich gelockert und entfernt. Bei Eingriffen über die Leistenregion muss der Patient zur Blutstillung auf dem Rücken liegen und mehrere Stunden mit einem Sandsack auf der Leiste warten.

Die ersten Tage nach der Rückkehr nach Hause sind eine wichtige Ruhepause, damit sich der Körper erholen kann. Um sicherzustellen, dass das Kontrastmittel im Körper schnell über die Nieren ausgeschieden wird, ist es an diesem Tag unbedingt notwendig, reichlich Wasser zu trinken. In den ersten vierundzwanzig Stunden sollte nicht gebadet werden, und besonders der Eingriffsbereich sollte von heißem Wasser ferngehalten werden. Mindestens zwei oder drei Tage lang sollten körperliche Aktivitäten, die Arm oder Bein stark belasten, sowie das Tragen schwerer Taschen oder Gegenstände sorgfältig vermieden werden. Ein leichter Schmerz am Handgelenk oder eine erbsengroße Verhärtung in der Leiste können als normal angesehen werden, aber wenn an diesen Stellen plötzlich eine Schwellung, Wärmegefühl, starke Schmerzen oder eine nach außen sickernde Blutung bemerkt wird, sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden. Wenn diese kleinen Regeln befolgt werden, verläuft die Rückkehr ins normale Leben sehr schnell und problemlos.

Warum sind die nach der Angiografie einzunehmenden Medikamente so wichtig?

Der größte und gefährlichste Fehler, den Patienten machen können, nachdem ein Stent in ein Gefäß eingesetzt wurde, besteht darin, sich völlig geheilt zu fühlen und ihre Medikamente zu vernachlässigen. Ein Stent ist, egal wie fortschrittlich seine Technologie ist, letztlich ein metallischer Fremdkörper. Das Abwehrsystem unseres Körpers nimmt dieses Metallnetz im Gefäß wie eine offene Wunde oder einen in den Körper eingedrungenen Dorn wahr. Die erste Reaktion des Körpers besteht darin, rasch Blutplättchen (Thrombozyten) in diese Region zu schicken und zu versuchen, sie mit einem Gerinnsel zu bedecken. Wenn diese Gerinnung eintritt, verstopft das geöffnete Gefäß innerhalb von Sekunden viel heftiger als zuvor, und es entsteht ein massiver Herzinfarkt.

Um diese lebenswichtige Gefahr zu verhindern, erhält der Patient sehr starke blutverdünnende Medikamente, die die Gerinnung verhindern. Je nach Stenttyp müssen diese Medikamente für eine bestimmte Anzahl von Monaten oder Jahren täglich und pünktlich eingenommen werden, bis der Stent vollständig mit den natürlichen Zellen des Körpers bedeckt und „getarnt“ ist.

Die grundlegenden Medikamentengruppen sind:

  • Aspirin
  • Blutverdünner der zweiten Generation
  • starke Cholesterinsenker
  • Blutdruckregulatoren
  • Magenschutzmittel
  • Rhythmusregulierende Medikamente

Besonders in der Phase, in der zwei verschiedene Blutverdünner gemeinsam verwendet werden, ist große Vorsicht erforderlich. Ohne Zustimmung Ihres Arztes auch nur einen Tag eines dieser Medikamente auszulassen, birgt ein lebensbedrohliches Risiko. Wenn Sie eine Zahnextraktion oder einen kleinen Eingriff benötigen, dürfen die Blutverdünner keinesfalls abgesetzt werden, ohne dass eine Kommunikation zwischen den Ärzten erfolgt.

Welche Änderungen des Lebensstils sollten nach der Angiografie vorgenommen werden, um die Herzgesundheit zu schützen?

Das Öffnen des Gefäßes durch Angiografie und das Einsetzen eines Stents ist ein mechanischer Reparaturvorgang. Wir haben den Abfall entfernt, der das Rohr verstopft, und dort eine Stütze eingesetzt; aber wir haben die Arbeitsweise der Fabrik, die dazu geführt hat, dass sich dieser Abfall dort ansammelt, also die Arteriosklerose, nicht vollständig beseitigt. Wenn diese Krankheit nicht behandelt wird, schreitet sie auch in anderen Gefäßen weiter fort und kann sogar in anderen Bereichen des vorhandenen Stents neue Verstopfungen verursachen.

An diesem Punkt geht die Verantwortung auf den Patienten über. Um die Herzgesundheit lebenslang zu schützen, ist es nicht mehr eine Wahl, sondern eine Pflicht, gesunde Entscheidungen in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Rauchen ist der größte Feind, der die Gefäßinnenschicht wie eine Rasierklinge verletzt, die Klebrigkeit des Blutes erhöht und sofort vollständig aus Ihrem Leben entfernt werden muss. Die Ernährungsgewohnheiten sollten vollständig überprüft werden; man sollte sich von schädlichen Fetten fernhalten, die die Gefäße verstopfen, und sich natürlichen, sauberen Lebensmitteln zuwenden, die das Herz schützen.

Zu vermeiden sind:

  • Tabakprodukte
  • feste Fette und Margarinen
  • verarbeitete und abgepackte Fleischprodukte
  • übermäßiges Salz
  • zuckerhaltige Lebensmittel und Backwaren

Empfohlen zum Verzehr sind:

  • reines Olivenöl
  • frisches grünes Gemüse
  • rote und violette Früchte
  • fettreiche Fische
  • rohe Nüsse
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Güncellenme Tarihi: 5. Mai 2026

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